Wenn du mit deinen Eltern zusammen an einem Bach oder See entlang läufst, könnt ihr mit etwas Glück seltsame Spuren entdecken. Haufen von großen Holzschnipseln, liegende Bäume mit seltsamen Nagespuren oder auch große Haufen von Ästen direkt am Wasser: dies sind die Spuren des Bibers der hier sein Revier hat. Nach vielen Jahren, in denen er bei uns verschwunden war, ist der Biber zurückgekehrt in seine alte Heimat und vielleicht auch in deine Nachbarschaft. Wie wir leben die Biber in Familien zusammen. Die Eltern kümmern sich liebevoll um ihre Kinder, beschützen sie vor Gefahren und sorgen dafür, dass sie irgendwann in ihrer Welt zurechtkommen und eine eigene Familie gründen können. Bis dahin aber gilt es für Eltern und Kinder einige Abenteuer zu bestehen. Wenn du wissen willst, wie es in der Biberfamilie zugeht, neugierig bist auf ihre Erlebnisse, dann sind die Geschichten der Familie Biberich genau das richtige für dich. Wir wünschen der Familie Biberich, dass sie sich bei uns wohl fühlt und dir viel Spaß mit ihren lustigen und spannenden Abenteuern im Land der wilden Biber.
Evi Kattner, Franz Spannenkrebs
Biberbeauftragte des Regierungspräsidiums Tübingen
Im Biberbau geht’s rund! Kein Wunder, schließlich leben dort vier Generationen unter einem Dach:
Uroma Filomena und Uropa Karl, Oma Pauline und Opa Klaus, außerdem die Eltern Johanna und Hugo mit ihren drei Kindern
Elise, Simon und Sarah. Das klingt sehr menschelnd und ist es auch, denn was Familie Biber erlebt, erleben
Menschenfamilien auch, wie der gesalzene Reisbrei, nachdem die Uroma Salz mit Zucker verwechselte, belegt.
Auch das Interieur im Biberbau mutet menschlich an, die Tugenden Rücksichtnahme, Fürsorge oder Langeweile – wobei
es hier der Vater ist, der sich die Zeit damit vertreibt sein jüngstes Töchterchen zu ärgern – sowieso.
Das alles sowie die farbigen Illustrationen von Thomas Dietz lassen "Im Land der wilden Biber" – wobei "wild"
im Sinne von "in Freiheit lebend" zu verstehen ist – zu einer Parabel familialen Lebens werden, die Jürgen H. Riedel
im Wechsel von Erzählerperspektive und aus Sicht der Kinder schildert. Als literarisches Stilmittel wendet der Autor,
der im Hauptberuf Kriminalbeamter ist, verschriftsprachlichten schwäbischen Sprachduktus an – also nicht Mundart,
sondern schwäbischer Grammatik folgend –, was beim Vorlesen den unmittelbaren Eindruck eines (schwäbischen) Erzählers weckt.
Wen das nicht stört, hält ein Vorlesebuch für Kinder ab fünf Jahren in Händen, das auch von geübten Leseanfängern bald gelesen
werden kann. Ebenso wie das Buch auch für Vorlesepaten geeignet ist, denn von den kurzen und in sich abgeschlossenen
Episoden können je nach Aufmerksamkeit der Kinder mehr oder weniger gelesen werden. Darüber hinaus stellen auch die
s/w Kopiervorlagen der Bilder, die dem Buch am Ende beigefügt sind und die – vergrößert und vervielfältigt – von den Kindern
ausgemalt werden können, für viele Vorlesepaten eine Hilfestellung bei der Gestaltung ihrer Vorleserunden dar.
Das Vorwort, geschrieben von den Biberbeauftragten des Regierungspräsidiums Tübingen, weist auf den Biber als wieder
heimisches Tier in unseren Breiten hin. Gelingt es "Im Land der wilden Biber" das Interesse an Bibern und ihrem
Lebensraum zu wecken, offenbart die Erzählung über den Unterhaltungswert hinaus, wie kindliches Interesse an Sachthemen
durch Geschichten geweckt werden können.
Barbara Knieling, Fortbildungsreferentin / Rezensentin für
www.lesen-mit-kindern.de
2. Vorsitzende Bundesverband Leseförderung e. V., Hamburg
www.bundesverband-lesefoerderung.de