© 2009
Edition Delta Stuttgart
Alle Rechte vorbehalten
Autor: Jürgen H. Riedel
Illustrationen: Thomas Dietz
Layout: Sonja Rothe
Herstellung und Druck
In Baden-Württemberg
Hardcover J.H. Riedel:
Im Land der wilden Biber
Umschlag 4 farbig,
Format 148 x 210 mm,
52 Seiten,
14 mehrfarbige Zeichnungen
Auf den Schlussseiten des Buches
befinden sich einige der Zeichnungen
als s/w Kopier-Vorlagen.
Vergrößert können sie zum
Ausmalen verwendet werden.
Bestellpreis 12,50 Euro
(zzgl. Versandkosten)
ISBN
978-3-927648-28-9
Rezension
Kaum zu glauben, wie tief ich mich während der Lektüre der Biberkurzgeschichten in deren Lebenswelt eingetaucht wiederfand.
Diese Welt wird auch überzeugend und ungekünstelt in zehn Kurzgeschichten vorgestellt:
Die Biberkinder Sarah, Simon und Elise wohnen mit ihren Eltern Johanna und Hugo, den Großeltern Pauline und Opa Klaus und der Urgroßmutter Filomena sowie Uropa Karl in einem Biberbau zusammen.
Eine kleine Welt, die dennoch durch ihre der Zielgruppe angemessene Überschaubarkeit besticht.
Der eingegrenzte Lebensraum mit Biberbau und Badesee birgt so viel Erlebnisreichtum und Authentifizierungsmöglichkeiten, dass es nicht wirklich einen Blick darüber hinaus – wohl etwa in die nächste Stadt - braucht.
Die Zehn kurzen Geschichten von den Bibern führen sanft an unterschiedliche Lebenserfahrungen von Kindern heran.
Mal ist es eine einfache Verwechslung von Salz und Zucker im Griesbrei, mal sind es Situationen des Erschrockenseins, die in den Erzählungen vorgestellt werden. Wie werden solche und andere Erfahrungen im Leben aufgefangen?
Wie können Kinder im frühen Lebensalter gestärkt werden, auf ihre Lebensherausforderungen altersgemäß in positiver Weise zu reagieren?
Das sind einige der Fragen, zu denen Jürgen H. Riedel mit seinem Buch Lösungsmöglichkeiten anbietet.
Immer wieder werden aber auch wohltuende Erfahrungen des gemeinsamen Spielens und Wohlfühlens vermittelt.
Dezent und vertrauenerweckend wirken die Illustrationen von Thomas Dietz.
Ein rundum gelungener Entwurf, der mit dem Ende der letzten Episode schon richtig Lust auf das Nachfolgebuch macht.
Evangelisch-methodistische Kirche
Kinder- und Jugendwerk Süd
Giebelstr. 16, 70499 Stuttgart
Im Biberbau geht’s rund! Kein Wunder, schließlich leben dort vier Generationen unter einem Dach: Uroma Filomena und Uropa Karl, Oma Pauline und Opa Klaus, außerdem die Eltern Johanna und Hugo mit ihren drei Kindern Elise, Simon und Sarah. Das klingt sehr menschelnd und ist es auch, denn was Familie Biber erlebt, erleben Menschenfamilien auch, wie der gesalzene Reisbrei, nachdem die Uroma Salz mit Zucker verwechselte, belegt. Auch das Interieur im Biberbau mutet menschlich an, die Tugenden Rücksichtnahme, Fürsorge oder Langeweile – wobei es hier der Vater ist, der sich die Zeit damit vertreibt sein jüngstes Töchterchen zu ärgern – sowieso.
Das alles sowie die farbigen Illustrationen von Thomas Dietz lassen "Im Land der wilden Biber" – wobei "wild" im Sinne von "in Freiheit lebend" zu verstehen ist – zu einer Parabel familialen Lebens werden, die Jürgen H. Riedel im Wechsel von Erzählerperspektive und aus Sicht der Kinder schildert. Als literarisches Stilmittel wendet der Autor, der im Hauptberuf Kriminalbeamter ist, verschriftsprachlichten schwäbischen Sprachduktus an – also nicht Mundart, sondern schwäbischer Grammatik folgend –, was beim Vorlesen den unmittelbaren Eindruck eines (schwäbischen) Erzählers weckt. Wen das nicht stört, hält ein Vorlesebuch für Kinder ab fünf Jahren in Händen, das auch von geübten Leseanfängern bald gelesen werden kann. Ebenso wie das Buch auch für Vorlesepaten geeignet ist, denn von den kurzen und in sich abgeschlossenen Episoden können je nach Aufmerksamkeit der Kinder mehr oder weniger gelesen werden. Darüber hinaus stellen auch die s/w Kopiervorlagen der Bilder, die dem Buch am Ende beigefügt sind und die – vergrößert und vervielfältigt – von den Kindern ausgemalt werden können, für viele Vorlesepaten eine Hilfestellung bei der Gestaltung ihrer Vorleserunden dar.
Das Vorwort, geschrieben von den Biberbeauftragten des Regierungspräsidiums Tübingen, weist auf den Biber als wieder heimisches Tier in unseren Breiten hin. Gelingt es "Im Land der wilden Biber" das Interesse an Bibern und ihrem Lebensraum zu wecken, offenbart die Erzählung über den Unterhaltungswert hinaus, wie kindliches Interesse an Sachthemen durch Geschichten geweckt werden können.
Eine Hommage ans Familienleben
Barbara Knieling, Fortbildungsreferentin / Rezensentin für
2. Vorsitzende Bundesverband Leseförderung e. V., Hamburg